DJ Europas Börsen im Sog schwacher Konjunkturdaten
DJ Europas Börsen im Sog schwacher Konjunkturdaten
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind am Donnerstag von enttäuschenden Konjunkturdaten belastet worden. Die Zuversicht, die den Börsen in der vergangenen Woche noch zu neuen Jahreshochs verholfen hatte, hat damit einen merklichen Dämpfer erhalten. Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, Frankreich und der Eurozone rutschten im März unter die Schwelle von 50, die Wachstum signalisiert. "Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone zum Jahresauftakt erneut leicht zurückgegangen ist, womit zumindest die Bedingung für eine sogenannte technische Rezession - zwei Quartale in Folge mit negativer BIP-Veränderungsrate - erfüllt wäre", merkte Analyst Christian Lips von der Nord/LB an.
Der Euro-Stoxx-50 rutschte um 1,5 Prozent oder 37 auf 2.530 Punkte ab, der Stoxx-50 gab um 1,1 Prozent bzw 27 auf 2.495 Stellen nach. Auch die Konjunktursignale aus Asien mahnen zur Vorsicht. So ist in China der HSBC-Einkaufsmanager-Index auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gefallen. Er verharrte zum fünften Mal in Folge unterhalb der Marke von 50 Punkten, oberhalb derer Wachstum stattfindet. Das traf besonders den europäischen Rohstoffsektor, der um 3,4 Prozent absackte, fürchtet man doch sinkende Nachfrage aus dem rohstoffhungrigen China.
Immerhin scheint es in den USA etwas besser zu laufen. Der Index der Frühindikatoren legte im Februar so stark wie seit fast einem Jahr nicht mehr zu. "Der Index untermauert die Erwartungen auf einen sich verstärkenden Aufschwung in den USA," so Volkswirt Heinrich BAYER von Postbank.
Britische Einzelhandelswerte leiden unter Konsum-Abstinenz der Engländer
Die Kaufzurückhaltung der Briten belastete die heimischen Einzelhändler. Im Februar waren die Umsätze im Einzelhandel um 0,8 Prozent zurückgegangen. Das ist der stärkste Rückgang seit Mai vergangenen Jahres. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten nur mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Für Marks & Spencer ging es um 2,1 Prozent auf 388 Pence nach unten.
Besser sah es für die spanische INDITEX aus. Die Gesamtjahreszahlen hatte die Citigroup zum Anlass genommen, die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr nach oben anzupassen. Der Konzern habe sein Programm zur Eröffnung neuer Geschäfte in den wachstumsstarken Märkten forciert, so dass die Absatzsteigerung weiterhin oberhalb des BIP-Wachstums liegen dürfte. Inditex verloren 0,8 Prozent auf 71,59 Euro, während der Einzelhandelssektor um 0,9 Prozent fiel.
Chemiewerte unter Druck
Die Chemiewerte verloren wegen der wieder angeheizten Konjunktursorgen 1,1 Prozent. GOLDMAN SACHS (GS) rechnet mit Gegenwind für die europäische Branche im ersten Halbjahr 2012, sieht aber Potenzial für die zweite Jahreshälfte. In den ersten sechs Monaten müssten sich die Unternehmen starken Vergleichszahlen zum Vorjahr stellen, danach dürften sie von geringeren Lagerbeständen, Kosteneinsparungen und einer guten Konjunkturentwicklung profitieren. Daher haben die Analysten ihre Prognosen und Kursziele nach oben angepasst. Das durchschnittliche Aufwärtspotenzial taxieren sie auf 24 Prozent.
Zum Kauf empfehlen sie unter anderem die Aktie von Syngenta, die um 0,4 Prozent auf 300,20 Franken stieg. LANXESS zogen mit 8,5 Prozent auf 61,05 Euro massiv an, denn der Spezialchemiekonzern ist trotz der eingetrübten Weltkonjunktur zuversichtlich. Zwar vermied das Unternehmen eine konkrete Jahresprognose, stellte aber weiter profitables Wachstum in Aussicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr schloss Lanxess dank guter Geschäfte mit Hightech-Kunststoffen und Synthesekautschuk mit Rekordzahlen ab.
Europäische Schlussindizes am Donnerstag, 22. März .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2530,22 -37,36 -1,5% 9,2 . Stoxx-50 2494,61 -26,60 -1,1% 5,3 . Stoxx-600 265,49 -3,18 -1,2% 8,6 Frankfurt XETRA-DAX 6981,26 -90,06 -1,3% 18,4 London FTSE-100 5845,65 -46,30 -0,8% 5,0 Paris CAC-40 3472,46 -54,91 -1,6% 9,9 Amsterdam AEX 326,92 -3,86 -1,2% 4,6 Athen ATHEX-20 304,87 -1,91 -0,6% 15,1 Brüssel BEL-20 2323,27 -22,34 -1,0% 11,5 Budapest BUX 18940,55 -112,52 -0,6% 11,6 Helsinki OMXH-25 2189,83 -31,65 -1,4% 12,8 Istanbul NAT30 74916,56 -517,58 -0,7% 21,4 Kopenhagen OMXC-20 449,85 -6,76 -1,5% 15,4 Madrid IBEX-35 8353,60 -137,30 -1,6% -2,5 Mailand FTSE-MIB 16450,68 -284,07 -1,7% 9,0 Moskau RTS 1653,80 -33,11 -2,0% 19,7 Oslo OBX 391,72 -3,88 -1,0% 9,5 Prag PX 986,70 -4,00 -0,4% 8,3 Stockholm OMXS-30 1077,34 -11,42 -1,0% 9,1 Warschau WIG-20 2261,86 -36,56 -1,6% 5,5 Wien ATX 2173,09 -37,41 -1,7% 14,9 Zürich SMI 6249,56 -40,44 -0,6% 5,3 .===
DJG/mif/cln
In einem neu konzipierten Abendbericht zu den europäischen Märkten wirft Dow Jones ab Montag, 26. März börsentäglich gegen 18.45 Uhr einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen bei Aktien, Anleihen und am Devisenmarkt. Er löst die entsprechenden Schlussberichte zu Devisen und europäischen Aktien ab.
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(END) Dow Jones Newswires
March 22, 2012 13:29 ET (17:29 GMT)
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