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Was sind Optionen?

Alles über Funktionsweise, Arten und welche Optionsstrategien es gibt

Auch wenn Optionen von vielen Anlegern oft noch als exotische Finanzprodukte mit großem Risiko und hoher Komplexität betrachtet werden, reicht deren Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurück. Bekanntlich entwickelten die Holländer zu dieser Zeit ein sehr großes Interesse an Tulpen, so dass die Nachfrage nach Tulpenzwiebeln das Angebot um ein Vielfaches überstieg.

Das ging so weit, dass Zwiebeln gehandelt wurden, die es noch gar nicht gab, indem Verkäufer von Tulpenzwiebeln Käufern zusicherten, zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt in der Zukunft eine bestimmte Menge an Tulpenzwiebeln zu einem vertraglich vereinbarten Preis zu verkaufen.

Zwar unterschied sich diese frühe Art von Optionen noch deutlich von der Form, wie wir sie heute kennen, aber der Handel mit Optionen war damit bereits geboren.

Definition: Was sind Optionen?

Optionen gehören zu den wichtigsten Finanzinstrumenten beim Handel an der Börse und sind aus der heutigen Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Dank ihrer Flexibilität werden sie sowohl von Profis wie auch Privatanlegern für die Umsetzung der verschiedensten Handelsstrategien eingesetzt. Aber auch in der Realwirtschaft spielen Optionen in vielen Unternehmen weiterhin eine wichtige Rolle.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige, was Sie über Optionen wissen sollten – angefangen bei der Definition, den Arten von Optionen, wichtigen Begriffen im Optionshandel, dem Zweck und den Zielen des Handels mit Optionen bis hin zu möglichen Handelsstrategien.

Definition

Bei Optionen handelt es sich um ein bedingtes Termingeschäft, bei dem eine Vertragspartei (der Optionsinhaber bzw. Optionsnehmer) das Recht, aber nicht die Pflicht hat, den der Option zugrunde liegenden Basiswert (Underlying) durch Ausübung zu einem vorab festgelegten Preis (dem Basispreis) von der Gegenpartei zu kaufen, an diese zu verkaufen oder sein Recht durch Nichtausübung der Option verfallen zu lassen.

Je nach dem zugrundeliegenden Ausübungsrecht einer Option lässt sich zwischen einer Kaufoption bzw. Call-Option und einer Verkaufsoption bzw. Put-Option unterscheiden. Betrachtet man dagegen den Zeitpunkt der Ausübung, wird zwischen amerikanischen, europäischen und Bermuda-Optionen unterschieden.

Welche Arten von Optionen gibt es?

Call-Option

Eine Call-Option verbrieft das Recht des Käufers, einen Basiswert (Aktie, Rohstoff, etc.) zu einem vereinbarten Preis und an einem festgelegten Datum bzw. während einer vereinbarten Laufzeit vom Kontrahenten des Geschäfts zu kaufen.

Während der Käufer nur das Recht, nicht aber die Pflicht hat, den Basiswert zum vereinbarten Preis zu kaufen, hat der Verkäufer des Calls die Pflicht, den Basiswert an den Käufer zu liefern.

Wird eine Call-Option gekauft, spricht man bei der Positionseröffnung von einem Long-Call, wird der Call verkauft spricht man dagegen von Short-Call.

Put-Option

Mit einer Put-Option erwirbt der Käufer des Put das verbriefte Recht, einen Basiswert (Aktie, Rohstoff, etc.) zu einem vereinbarten Preis und an einem festgelegten Datum bzw. während einer vereinbarten Laufzeit an den Kontrahenten des Geschäfts zu verkaufen. Der Verkäufer des Put verpflichtet sich, den Basiswert zum festgelegten Basispreis zu kaufen.

Beim Kauf einer Put-Option spricht man von einem Long-Put, beim Verkauf dagegen von einem Short-Put.

Amerikanische Option

Bei einer amerikanischen Option hat der Optionskäufer das Recht, die Option jederzeit während der Laufzeit auszuüben, d.h. den Basiswert zum vereinbarten Basispreis auch vor dem Fälligkeitstag zu kaufen (Call) bzw. zu verkaufen (Put).

Europäische Option

Begrenzter bzgl. des Zeitpunktes der Ausübung ist die europäische Option, die vom Optionskäufer nur am fest vereinbarten Laufzeitende ausgeübt werden kann.

Bermuda-Optionen

Hat eine Option mehrere Ausübungszeitpunkte, spricht man von einer Bermuda-Option. Übt der Inhaber zu einem Ausübungszeitpunkt sein Ausübungsrecht aus, verfallen die folgenden Ausübungsrechte. Wird dagegen das Ausübungsrecht zu einem Ausübungszeitpunkt nicht ausgeübt, besteht das Ausübungsrecht für die folgenden Ausübungszeitpunkte weiter.

Welchen Zweck erfüllt der Handel mit Optionen?

Wie in der Einleitung bereits kurz angerissen, wurden Optionen ursprünglich entwickelt, um sich gegen Kursverluste eines Basiswertes abzusichern, dienten also eher als Versicherung gegen unerwünschte Preisentwicklungen. Landwirte können beispielsweise ihr Getreide durch den Kauf einer Put-Option (Long Put) bereits heute „auf Termin“ zu einem festgelegten Preis verkaufen, wenn sie für die Monate bis zur Einbringung der Ernte mit fallenden Kursen rechnen. Auf der anderen Seite können sich Abnehmer, z.B. der Backgroßhandel, durch die Gegenposition vor zukünftig steigenden Preisen schützen.

An der Börse können Anleger diese Systematik nutzen, um durch den Kauf von Optionen ihr Aktiendepot vor Verlusten zu schützen, z.B. durch eine Put-Option, wenn sie mit starken Kursverlusten rechnen.

Optionen werden oft auch von großen Marktteilnehmer genutzt, um eine zusätzliche Rendite zu erzielen. Bei diesen sogenannten „Put-Write-Strategien“, die vor allem in Seitwärtsphasen mit niedriger Volatilität beliebt sind, werden kurzlaufende Put-Optionen in liquiden Werten verkauft, um mit den vereinnahmten Optionsprämien stetige Erträge zu erzielen.

Der vermutlich größte Anteil des Optionshandels entfällt inzwischen auf spekulative Optionsgeschäfte, um kurz- bis mittelfristig auf die zukünftige Kursentwicklung eines zugrundeliegenden Basiswertes zu spekulieren und Gewinne zu erzielen. Der Absicherungseffekt oder die Ausübung der Option spielt dabei im Grunde keine Rolle.

Wichtige Begriffe beim Handel mit Optionen

Um die in der Definition gemachten Aussagen besser zu verstehen, werfen wir zuerst einen Blick auf die wichtigsten Begriffe für den Handel mit Optionen.

Bedingtes Termingeschäft

Bei einem bedingten Termingeschäft kann sich eine Vertragspartei – der Inhaber der Option – entscheiden, ob er das mit der Option verbriefte Kauf- bzw. Verkaufsrecht zum Ausübungszeitpunkt auch tatsächlich ausüben will. Der Optionsinhaber ist damit nicht zur Abnahme oder Lieferung des zugrundeliegenden Basiswertes verpflichtet, da er durch Zahlung der Optionsprämie das Recht erworben hat, die Option durch Nichtausübung verfallen zu lassen.

Anders verhält es sich dagegen bei einem unbedingten Termingeschäft, das auf jeden Fall von beiden Vertragspartnern zu erfüllen ist, wie es bei Forwards oder Futures der Fall ist.

Basiswert einer Option

Der Basiswert bzw. das Underlying ist das dem Termingeschäft bzw. der Option zugrunde liegende Wirtschaftsobjekt. Bei den Basiswerten kann es sich um Finanzprodukte wie:

  • Aktien,
  • Staatsanleihen,
  • Unternehmensanleihen,
  • Edelmetalle,
  • Währungen oder

Waren (Commodities) wie:

  • Mais,
  • Soja,
  • Kaffee,
  • Getreide,
  • Schweinhälften oder

Rohstoffe wie:

  • Edelmetalle (z.B. Gold, Silber),
  • Rohöl,
  • Erdgas oder
  • Kupfer

handeln. Neben diesen physischen Basiswerten können auch volkswirtschaftliche Kenngrößen, Indizes (Aktienindex) oder Messwerte (für Wetterderivate) als Underlying von Optionen verwendet werden.

Wichtig ist, dass der Basiswert standardisierbar ist, damit alle Marktteilnehmer auf vergleichbare Daten zugreifen können (Verkehrsfähigkeit des Basiswertes).  Der zugrunde liegende Basiswert ist ein wesentliches Element bei der Preisbestimmung von Optionen.

Basispreis einer Option

Der Basispreis einer Option – auch als Ausübungspreis bzw. Strike bezeichnet – ist der beim Abschluss eines Optionsgeschäftes vereinbarte Preis, zu dem der Käufer einer Option den Basiswert vom Kontrahenten kaufen bzw. der Verkäufer einer Option den Basiswert an den Kontrahenten verkaufen kann, d.h. zu dem die Option ausgeübt wird.

Optionsprämie

Als Optionsprämie wird der Preis der Option bezeichnet, den der Optionskäufer an den Verkäufer der Option bezahlt. Der Käufer erwirbt die mit der Option verbundenen Rechte und entschädigt gleichzeitig den Verkäufer (Stillhalter) für die Risiken, die dieser mit dem Verkauf eingeht.

Die wichtigsten Komponenten für die Preisbildung sind der innere Wert der Option, der Zeitwert sowie die implizite Volatilität des Basiswertes.

Innerer Wert der Option

Der innere Wert einer Option, der auch als intrinsischer Wert bezeichnet wird, ist die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis.

Ist bei einer Kaufoption der Kurs des Basiswertes höher als der Basispreis der Option, befindet sich die Option im Geld (in the Money). Der Optionskäufer hat also die Möglichkeit, durch Ausübung seines Optionsrechts den Basiswert günstiger zu erwerben als über die Börse.

Aus dem Geld (out of the Money) ist dagegen eine Option, wenn der Basispreis der Option über dem Kurs des Basiswertes liegt, da in diesem Fall der Optionskäufer den Basiswert über die Börse günstiger kaufen könnte, als durch Ausübung seines Optionsrechts.

Notiert der Kurs des Basiswertes in etwa auf Höhe des Basispreises der Option, ist die Option am Geld bzw. at the Money.

Zeitwert von Optionen

Eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Optionspreises spielt auch der Zeitwert der Option. Je länger der Zeitraum bis zur Ausübung der Option ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von starken Kursschwankungen, d.h. das Risiko für den Verkäufer der Option steigt.

Deshalb ist die Optionsprämie umso höher, je länger die Restlaufzeit einer Option ist.

Implizite Volatilität

Der dritte wichtige Bestandteil bei der Berechnung des Optionspreises ist die implizite Volatilität, d.h. die erwartete Schwankungsbreite der Option sowie von deren Basiswert.

Je höher die implizite Volatilität des Basiswertes, desto höher ist die Optionsprämie

Stillhalter

Als Stillhalter wird der Verkäufer der Option bezeichnet, da er bis zu einer eventuellen Ausübung der Option „stillhalten“ und im Ausübungsfall entweder den Basispreis liefern oder kaufen muss. Dafür erhält er vom Optionskäufer die Optionsprämie.

Übt der Optionskäufer sein Optionsrecht nicht aus, ist die Optionsprämie der maximale Gewinn, den der Stillhalter erzielen kann.

Wie funktioniert die Hebelwirkung bei Optionen?

Bei der Betrachtung der Funktionsweise von Optionen wird rein auf den spekulativen Aspekt des Optionshandels abgestellt, der aber in seiner theoretischen Form auch für die anderen beschriebenen Zwecke des Optionshandels zutrifft.

Das Grundziel der Marktteilnehmer beim Handel mit Optionen ist in den allermeisten Fällen die Gewinnerzielung. Dabei machen sie sich die sogenannte Hebelwirkung (Leverage) zunutze, um mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz überdurchschnittlich stark von den Kursbewegungen des Basiswertes zu profitieren.

Der theoretische Hebel gibt an, wie stark eine Option im Vergleich zum Basiswert steigt. Je größer der Hebel ist, desto stärker ist die prozentuale Bewegung der Option im Vergleich zum Basiswert.

Verteuert sich beispielsweise der Kurs einer Aktie um 7 %, dann würde sich eine Kauf-Option mit einem Hebel von 10 theoretisch um 70 % verteuern. Mit steigendem Hebel erhöht sich aber auch das Risiko für den Anleger, falls sich der Kurs nicht in die gewünschte Richtung bewegt. Fällt im obigen Beispiel der Kurs des Basisinstruments um 5 %, verliert der Anleger mit der Option theoretisch 50 %.

Aus Vereinfachungsgründen wurden zahlreiche weitere Faktoren, die in die Berechnung des Hebels einfließen (z.B. Omega und Delta) vernachlässigt, da dies im Rahmen dieses Grundlagenbeitrages zum Thema Optionen zu weit gehen würde.

Welche Risiken bergen Optionen

Viele Risiken, die der Handel von Optionen mit sich bringt, wurden implizit schon an anderen Stellen im Text beschrieben, für einzelne Handelsstrategien verweise ich beispielsweise weiter unten auf den Punkt „Mögliche Handelsstrategien mit Optionen“.

Grundsätzlich gilt, dass Marktteilnehmer beim Kauf bzw. Verkauf einer Option auf die Wertveränderung eines Basiswertes spekulieren, d.h. eine bestimmte Erwartung haben. Entwickelt sich der Basiswert entgegen der Erwartung, riskieren Käufer der Option maximal den bezahlten Optionspreis.

Der Verkäufer eines Calls (Short Put) muss den Basiswert zum vereinbarten Preis liefern. Sein Risiko ist theoretisch unbegrenzt, da der Basiswert bis zum Ausübungszeitpunkt deutlich über diesem Kurs liegen kann. Das Verlustrisiko der Option ist die Differenz zwischen Basispreis und aktuellem Kurs.

Der Verkäufer eines Put (Short Put) verpflichtet sich, den Basiswert zum vereinbarten Strike abzunehmen. Das Verlustrisiko ist begrenzt, da der Kurs des Basiswertes maximal auf Null fallen kann. Auch hier ist das rechnerische Verlustrisiko die Differenz zwischen Basispreis und aktuellem Kurs.

Wie und wo können Optionen gehandelt werden?

Grundsätzlich werden Optionen, anders als Optionsscheine, an einer Terminbörse wie der Eurex gehandelt. Für Privatanleger ist es schwierig, direkt an der Börse zu handeln, da dies mit hohen Anforderungen verbunden ist. Ein Online Broker wäre z.B. LYNX Broker (https://www.lynxbroker.de)

Um trotzdem Optionen kaufen und verkaufen zu können, müssen Privatanleger den Weg über einen darauf spezialisierten Options-Broker gehen, der auf seiner Plattform eine Börsenanbindung anbietet und gegen Kommission die Orders an der Börse ausführt.

Abgrenzung: Optionen vs. Optionsscheine

Häufig werden Optionen und Optionsscheine in einem Atemzug genannt. Und obwohl es zwischen beiden Finanzinstrumenten zahlreiche Gemeinsamkeiten gibt, unterscheiden sie sich in vielen wichtigen Punkten ganz wesentlich voneinander. Diese Unterschiede sollten Marktteilnehmer unbedingt kennen, da der zukünftige Handelserfolg ganz erheblich davon abhängen kann. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Gemeinsamkeiten von Optionen und Optionsscheinen

  • Optionen als auch Optionsscheine sind Derivate, deren Wert von einem Basiswert abgeleitet wird.
  • Beide Finanzinstrumente existieren in der Form von Calls und Puts, d.h. Anleger können sowohl auf fallende und steigende Kurse des zugrunde liegenden Basiswertes spekulieren.
  • Eine weitere Gemeinsamkeit von Optionen und Optionsscheinen ist die vorab festgelegte Laufzeit bzw. ein Fälligkeitstermin, zu dem sie ausgeübt werden können.
  • Die Preisbildung beider Finanzinstrumente hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab, wie z.B. dem Kurs des Underlying, der Restlaufzeit, Volatilität des Underlyings sowie weiterer Einflussfaktoren, die als „Options-Griechen“ bezeichnet werden.

Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen

Wesentlich bedeutsamer sind die Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen, da diese häufig über Erfolg oder Misserfolg im Trading entscheiden.

Emittent

Optionen werden von einer Terminbörse emittiert, die Börse fungiert gleichzeitig als Handelsplatz und steht jeweils als Kontrahent zwischen Käufer und Verkäufer. Die Börse garantiert auch die Erfüllung der Verpflichtungen und die vereinbarten Zahlungen, dafür verlangt sie von den Marktteilnehmern eine Sicherheits-Margin. Da die Optionen durch die Börse besichert sind, entfällt das Emittenten-Risiko.

Optionsscheine dagegen können von Banken oder Wertpapierhäusern emittiert und als Wertpapiere mit eigener Wertpapierkennnummer ausgegeben werden. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten trägt der Marktteilnehmer das Emittenten-Risiko.

Zusammensetzung bzw. Konstruktion

Bei Optionsscheinen entscheidet der Emittent über die Zusammensetzung und Ausgestaltung der Papiere. Da Optionsscheine nicht standardisiert sind und viele verschiedene Emittenten Optionsscheine auf identische Basiswerte emittieren, ist die Anzahl verfügbarer Produkte sehr hoch. Die fehlende Standardisierung ist allerdings kein Vorteil für Marktteilnehmer, da sich die Scheine verschiedener Emittenten häufig in ihrer Ausgestaltung unterscheiden, zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden und damit intransparent und schwer vergleichbar sind.

Bei Optionen handelt es sich dagegen um standardisierte Produkte, bei denen Underlyings, Bezugspreis, Laufzeit oder Bezugsverhältnis einer Produktreihe einheitlich geregelt sind. Marktteilnehmer erhalten dadurch eine größtmögliche Transparenz für ihre Handelsentscheidungen.

Handelsplätze

Der Handel von Optionen erfolgt an einer regulierten Terminbörse, wie beispielsweise der Eurex. Da die Börse als Intermediär zwischen Käufer und Verkäufer fungiert, ist sichergestellt, dass Käufer und Verkäufer ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen. Zudem ist der Prozess der Preisfindung durch Angebot und Nachfrage äußerst transparent und fair.

Optionsscheine werden von Banken oder Wertpapierhäusern emittiert und sind keine standardisierten Kontrakte. Der Handel findet nicht zwischen Käufer und Verkäufer statt, sondern der Kontrahent ist immer der Emittent. Da Optionsscheine nicht über die Börse, sondern außerbörslich bzw. Over-The-Counter (OTC) gegen den Emittenten gehandelt werden, ist der Preisfindungsprozess häufig intransparent, vor allem in sehr hektischen Marktphasen.

Handelsstrategien

Die Auswahl an möglichen Handelsstrategien ist bei Optionsscheinen deutlich eingeschränkter als bei Optionen. Optionsscheine können nur gekauft werden, d.h. Anleger können mit einem Call auf steigende oder mit einem Put auf fallende Kurse setzen.

Bei Optionen sind Stillhaltergeschäfte möglich, d.h. Optionen können auch aktiv verkauft und damit Optionsprämien vereinnahmt werden. Durch die zusätzliche Verkaufsmöglichkeit von Optionen sind weitaus komplexere Handelsstrategien möglich.

Mögliche Handelsstrategien mit Optionen

Je nach Markteinschätzung und der Bereitschaft, Risiken einzugehen, können Marktteilnehmer mit Optionen eine Vielzahl von möglichen Handelsstrategien abbilden. Nachfolgend eine kurze (aber bei Weitem nicht vollständige) Übersicht der am häufigsten verwendeten Strategien.

Long Call

Beim einem Long Call spekuliert der Käufer der Call-Option auf steigende Kurse des Basiswertes. Das Gewinnpotenzial ist unbegrenzt, das Verlustpotenzial beschränkt sich auf die gezahlte Optionsprämie. Der Long Call ist auch eine Alternative zum direkten Investment in einen Basiswert, da die Gewinnchancen durch die Hebelwirkung größer und die Kosten der Transaktion in der Regel geringer sind.

Der Inhaber der Call-Option hat die Möglichkeit, den Basiswert zum festgelegten Basispreis zu kaufen oder seine Position vor Fälligkeit zu schließen.

Long Put

Der Long Put ist der Kauf einer Put-Option, der Optionskäufer spekuliert damit auf fallende Kurse. Der Inhaber des Long Put erwirbt so das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.

Der maximale Verlust des Long Put beschränkt sich auf die gezahlte Optionsprämie. Anders als beim Long Call ist beim Long Put auch der Gewinn von Anfang an begrenzt, da der Kurs des Basiswertes nur bis auf Null fallen kann.

Short Call

Beim Short Call verkauft der Marktteilnehmer eine Kaufoption und erhält dafür die Optionsprämie. Gleichzeitig verpflichtet er sich mit dem Geschäft als Stillhalter zur Lieferung des Basiswertes zu einem festgelegten Termin und Preis an den Käufer des Call.

Das Verlustpotenzial beim Short Call ist unbegrenzt, da es sich aus der Kursdifferenz zwischen Basiswert und Kurs des Basiswertes zum Ausübungszeitpunkt errechnet und der Basiswert in der Theorie unendlich steigen könnte. Der maximale Gewinn der Position beschränkt sich dagegen auf die Optionsprämie (abzgl. Transaktionskosten). Diese Handelsstrategie wird vor allem in Erwartung stagnierender oder fallender Kurse eingesetzt.

Short Put

Ein Short Put ist eine bullische Handelsstrategie. Durch den Verkauf einer Put-Option erhält der Verkäufer die Optionsprämie und verpflichtet sich gleichzeitig als Stillhalter, einen Basiswert zu einem festgelegten Termin und Preis zu kaufen.

Der Gewinn des Short Put ist von Anfang an auf die Zahlung der Optionsprämie (abzgl. Transaktionskosten) beschränkt. Auch der Verlust eines Short Put ist begrenzt, da der Kurs des Basiswertes nur bis auf Null fallen kann und errechnet sich aus der Kursdifferenz von Basispreis und Kurs des Basiswertes zum Ausübungszeitpunkt.

Diese Handelsstrategie wird vor allem in Erwartung stagnierender oder steigender Kurse eingesetzt.

Straddle

Bei einem Straddle handelt es sich um eine Optionskombination, mit der Marktteilnehmer durch den gleichzeitigen Kauf- und Verkauf einer Put- und Call-Option mit gleichem Basiswert, gleicher Laufzeit und gleichem Bezugspreis auf einen starken Anstieg der Kursbewegungen, also der Volatilität spekulieren.

Der maximale Verlust bei dieser Strategie ist die vereinnahmte Optionsprämie, der Gewinn ist – da es sich bei den beiden Optionsgeschäften um einen Kauf handelt – in der Theorie unbegrenzt.

Strangle

Auch bei einem Strangle erwarten Anleger eine starke Kursbewegung des Basiswertes, spekulieren also auf einen deutlichen Anstieg der Volatilität, ohne dass die Richtung der Kursbewegung eine Rolle spielt.

Während auch beim Strangle das Verfallsdatum und der Basiswert der gekauften Call- und Put-Option übereinstimmen, unterscheiden sie sich beim Ausübungspreis.

Auch beim Strangle ist das maximale Verlustrisiko auf die gezahlten Optionsprämien begrenzt, während das Gewinnpotenzial in der Theorie unlimitiert ist.

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