
Jungheinrich trifft’s doppelt – Russland-Deal rückt ins nächste Jahr, Zahlen für 2025 angepasst. Am 5. Dezember kam die Nachricht, und sie hat es in sich. Der MDAX-Konzern muss nun umplanen.
Die Hamburger Gabelstapler-Schmiede Jungheinrich AG (ISIN: DE0006219934, WKN: 621993) hat am Donnerstag eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht, die zeigt, wie sehr geopolitische Spannungen auch etablierte Unternehmen aus dem Tritt bringen können. Eigentlich sollte der Verkauf der russischen Tochtergesellschaft Jungheinrich Lift Truck OOO noch 2025 über die Bühne gehen. Doch daraus wird nichts mehr — zumindest nicht dieses Jahr. Die Genehmigung der russischen Regierungskommission steht noch aus, und das verzögert alles. Das ist ärgerlich, weil dadurch ein Minus von rund 30 Mio. € erst 2026 ins Ergebnis schlägt. Und genau das zwingt den Konzern jetzt zu einer Prognoseanpassung.
Russland bremst, aber Zahlen steigen
Man könnte meinen, dass so eine Verschiebung nur schlechte Nachrichten bringt. Doch bei Jungheinrich sieht das Bild differenzierter aus. Klar, das EBIT wird durch den aufgeschobenen Verkauf im kommenden Jahr etwas unter Druck geraten. Aber die aktualisierten Zahlen für 2025 haben es in sich. Das operative Ergebnis (EBIT) wird nun zwischen 220 Mio. € und 260 Mio. € liegen statt wie bisher prognostiziert zwischen 160 Mio. € und 230 Mio. €. Die EBIT-Rendite klettert auf 4,1 bis 4,6 Prozent. Auch beim Ergebnis vor Steuern (EBT) gibt’s einen Schub: 190 Mio. € bis 230 Mio. € stehen nun in den Büchern. Klingt nach einem Silberstreif am Horizont, oder? Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Verschiebung langfristig auswirkt.
Und dann ist da noch der Free Cashflow. Der bleibt stabil mit über 250 Mio. €. Ein kleiner Trost, wenn man bedenkt, dass der politische Wind in Moskau weiter böig bleiben dürfte. Andrea Bleesen, Leiterin Investor Relations, wird sicher noch viele Fragen dazu beantworten müssen. Ihre Mailbox dürfte voll sein…
Ausblick 2026: Ein Mix aus Hoffnung und Risiko
Spannend wird es 2026. Dann nämlich soll der Deal endlich über die Bühne gehen. Wie stark das Ergebnis belastet wird, hängt vom genauen Zeitpunkt ab. Positiv könnte sich der Verkauf auf Auftragseingang und Umsatz auswirken. Doch wer weiß schon, was bis dahin noch passiert? Russlands Bürokratie ist bekanntermaßen unberechenbar. Man könnte fast sagen: Da hängt viel in der Luft — und das nicht nur wegen des politischen Klimas.
Für Analysten wird das ein gefundenes Fressen. Was bedeutet diese Entwicklung für den MDAX-Konzern? Ist das Ganze eher ein Stolperstein oder ein strategischer Kraftakt? Fest steht: Jungheinrich bleibt ein Unternehmen, das seine Hausaufgaben macht. Nur eben nicht immer so schnell wie geplant.