
Mutares macht Ernst in den USA. Die Münchner Private-Equity-Gesellschaft hat sich Greer Steel geschnappt, einen alten Hasen im Stahlgeschäft. Am 2. Januar 2026 wurde die Transaktion über die Bühne gebracht. Ein strategischer Schritt, der Mutares weiter nach vorn katapultieren könnte.
Die Übernahme von Greer Steel Co., Inc. ist kein Zufallstreffer. Das US-Unternehmen aus Dover, Ohio, ist ein Spezialist für kaltgewalzte Stahlbänder und bedient Kunden in der Automobilindustrie sowie anderen anspruchsvollen Branchen. Mit dieser Akquisition baut Mutares sein Segment Engineering & Technology kräftig aus – und setzt gleichzeitig ein Ausrufezeichen in Nordamerika. Der Markt dort? Richtig spannend!
Greer Steel lieferte 2024 über 18.000 Tonnen Material aus. 96 Prozent des Umsatzes wurden in den USA erzielt, nur vier Prozent flossen nach Kanada. Klingt lokal, ist aber enorm wichtig. Denn das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Expertise und technisches Know-how, das in der Branche Gold wert ist. Johannes Laumann, CIO von Mutares, spricht von einem „strategischen Meilenstein“. Und da hat er nicht unrecht.
Mutares will mehr als nur Stahl
Was steckt hinter dem Deal? Mehr als nur der Wunsch, in Nordamerika Fuß zu fassen. Mutares will Greer Steel als Plattform nutzen, um Cross-Selling-Möglichkeiten mit Automobilkunden zu erschließen. Das Team um Laumann plant operative Verbesserungen, Bestandsoptimierung und kluge Investitionen. Eine ERP-Ausgliederung steht ebenfalls auf der Agenda. Kurz: Sie wollen das volle Potenzial heben.
Dabei kommt es Mutares zugute, dass Greer Steel bereits stark positioniert ist. Das Werk in Dover bietet moderne Fertigungsmöglichkeiten wie Kaltwalzen, Wasserstoffglühen und Beizen. Diese Kapazitäten sind Gold wert in einer Zeit, in der Lieferketten immer noch unter Druck stehen. Auch die langjährigen Kundenbeziehungen spielen eine Rolle. 60 Prozent des Umsatzes stammen aus der Automobilbranche – ein Sektor, der weiter wächst.
Ein Signal an die Märkte
Für Mutares ist diese Übernahme mehr als nur ein weiterer Baustein im Portfolio. Sie zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, auch in unsicheren Zeiten zuzuschlagen. Die USA sind ein komplexer Markt, aber einer, der Chancen bietet. Mit Greer Steel hat Mutares sich einen Partner ins Boot geholt, der Qualität und Flexibilität vereint. Genau das braucht es, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Und was bedeutet das für die Zukunft? Die Aktie (ISIN: DE000A2NB650, WKN: A2NB65) wird von solchen Nachrichten natürlich profitieren. Obwohl die SDAX-notierte Gesellschaft keine kurzfristigen Wunder verspricht, sendet sie ein klares Signal: Wir sind hier, um zu bleiben. Und wir meinen es ernst.
Die Strategie geht auf
Mutares hat sich seit Jahren auf Turnaround-Situationen spezialisiert. Unternehmen in schwierigen Lagen aufzukaufen, neu auszurichten und wieder zu verkaufen – das ist ihre DNA. Mit Greer Steel setzen sie diese Strategie konsequent fort. Allerdings haben sie diesmal einen Player erworben, der schon jetzt stark dasteht. Ein Novum? Vielleicht. Aber eines, das Potenzial hat.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Integration reibungslos läuft. Doch eines steht fest: Mutares hat mit dieser Akquisition einmal mehr bewiesen, dass sie wissen, was sie tun. Die Märkte werden genau hinschauen. Und wir auch.