
Mutares trennt sich von Conexus – ein cleverer Schachzug. Am 30. Dezember 2025 verkündete das SDAX-Unternehmen den Verkauf an ATS. Der Deal könnte im ersten Quartal 2026 über die Bühne gehen.
Die Münchner Mutares SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A2NB650, WKN: A2NB65) zeigt mal wieder, wie man aus Unternehmen rauskommt. Der Verkauf der Conexus S.p.A. an ATS – Advance Technologies System S.r.l. ist da nur das jüngste Beispiel. Ein guter Deal, wenn man bedenkt, dass Conexus erst 2022 als Sirti Energia übernommen wurde.
Die Italiener haben sich prächtig entwickelt. 250 Mitarbeitende, 10 Standorte und ein Umsatz von 104 Mio EUR sprechen für sich. Das EBITDA von 8 Mio EUR im vergangenen Jahr zeigt: Die Sanierung hat gefruchtet. Was mich besonders beeindruckt? Die Expansion in neue Märkte. Rechenzentren und private Anschlüsse sind Zukunftsthemen. Da hat Mutares seine Hausaufgaben gemacht.
Der Turnaround gelang
Johannes Laumann, CIO bei Mutares, spricht von einem „beeindruckenden Erfolg“. Kann man so sehen. Aus einer problematischen Ausgangslage heraus hat das Team um Conexus einen operativen Turnaround hingelegt. Das Unternehmen wuchs nicht nur organisch, sondern baute auch eine interessante Projektpipeline auf.
Die langjährigen Kundenbeziehungen in Niederspannungs- und Hochspannungsbereichen bleiben erhalten. Das gibt Sicherheit. Für die Käuferseite sicher ein wichtiges Argument. Und für Mutares? Ein Beleg dafür, dass ihre Strategie funktioniert.
Private Equity mit System
Mutares betreibt seit Jahren erfolgreich Private Equity. Das Unternehmen kauft Firmen in schwierigen Situationen, sanieret sie und veräußert sie wieder. Klingt einfach, ist es aber nicht. Dass dabei auch mal ein solcher Erfolg herausspringt, freut die Anleger. Immerhin gehört Mutares zum SDAX, da erwarten die Leute was.
Die neuen Besitzer kommen aus der MaxRS-Gruppe. Die spezialisierte sich auf strukturierte Co-Investments. Klingt nach einer guten Basis für weitere Wachstumspläne. Ob die allerdings voll greifen werden, muss sich noch zeigen. Die Genehmigung durch das italienische Golden-Power-Regime steht noch aus.
Was bleibt ist ein gutes Gefühl. Für alle Beteiligten scheint der Deal Sinn zu machen. Und wer weiß – vielleicht schaut Mutares ja schon nach der nächsten Übernahme. In dieser Branche bleibt es selten lange ruhig. Das war’s dann erstmal mit Conexus. Ein Kapitel, das man bei Mutares wohl gerne abschließt.