
Dividendenfans bei Aurubis müssen neu rechnen. Die Hamburger Kupferriesen drehen an der Ausschüttungsschraube – und das könnte einigen Aktionären sauer aufstoßen. Am 07. Oktober 2025 verkündete der MDAX-Konzern eine angepasste Dividendenpolitik, die ab dem Geschäftsjahr 2025/26 greift. Statt wie bisher maximal 20% des operativen Ergebnisses auszuschütten, sollen es künftig bis zu 30% werden. Klingt erstmal nicht schlecht — aber halt: Für 2024/25 bleibt man vorsichtshalber bei 25%. Was steckt dahinter?
Große Worte, vorsichtige Schritte
Die neue Strategie zeigt zwei Dinge gleichzeitig. Erstens: Aurubis will seine Investoren langfristig bei Laune halten. Ein Plus von zehn Prozentpunkten ist kein Pappenstiel. Zweitens aber wird hier klar — die Zeiten sind unsicher. Der Ausblick fürs laufende Jahr mit nur 25% spricht Bände. Offiziell heißt es, dass „erhöhte Investitionen in strategische Projekte“ den Spielraum begrenzen. Übersetzt: Das Management will Luft für Zukäufe oder Modernisierungen. Ob’s die Aktionäre honorieren? Mal sehen.
Dass Vorstand und Aufsichtsrat sich vorbehalten, von der Regel wieder abzuweichen, macht die Sache nicht einfacher. So’n bisschen erinnert das Ganze an nen Kapitän, der zwar nen neuen Kurs ankündigt, aber gleichzeitig betont, dass Wind und Wellen letztlich entscheiden. Ehrlich gesagt: Wer hätte gedacht, dass die eher biedere Aurubis so taktisch spielt?
Was jetzt auf die Aktionäre zukommt
Die Frage ist, ob die neue Politik ausreicht, um institutionelle Investoren an Bord zu halten. In turbulenten Zeiten wie diesen suchen viele nach Sicherheit. Und da ist ein stabiler Dividendenkandidat natürlich gefragt. Aber 25% statt 30% könnten enttäuschen. Besonders weil die Konkurrenz teilweise deutlich großzügiger ist. Man muss sich ja nur mal umsehen im Rohstoffsektor…
Unterm Strich: Aurubis bewegt sich, bleibt dabei aber vorsichtig. Ob’s reicht, um langfristig zu überzeugen? Da haperts noch am Beweis. Aktuell scheint die Balance zwischen Wachstum und Rendite okay — aber eben auch nicht mehr. Dr. Björn Carsten Frenzel, Leiter Konzernrechtsabteilung, steht für Rückfragen bereit (c.frenzel@aurubis.com). Ob ihn die Anruferwelle überrascht? Wohl kaum.