
Windkraft mal anders — Nordex baut in Baden-Württemberg einen der spannendsten Projekte des Jahres hoch. Am 3. September 2025 gab die Hamburger Windturbinenschmiede den Zuschlag für sieben ihrer modernsten N133/4.8-Turbinen bekannt. Der Auftraggeber: ABO Energy, ein alter Hase im Bereich erneuerbare Energien. Klar, dass das Projekt in Öhringen nicht nur wegen seiner 34 Megawatt Leistung aufhorchen lässt.
Die Anlagen sollen ab Frühjahr 2027 Strom liefern – und dann fast 25.000 Haushalte versorgen. Klingt nach viel? Ist es auch. Aber was wirklich überrascht, ist die kluge Einbindung der Region. Die Anrainergemeinden kriegen ordentlich was vom Kuchen ab: 0,2 Cent pro Kilowattstunde fließen in lokale Kassen. Das schafft Akzeptanz – oder zumindest weniger Widerstand. Clever gemacht, könnte man meinen. Mal sehen, ob andere Investoren das nachahmen.
Technik trifft Politik
Nordex setzt hier auf seine bewährte Technik: Hybridtürme mit einer Nabenhöhe von 164 Metern. Hohe Türme, große Rotoren, maximale Effizienz. Die Stadt Öhringen will bis 2037 klimaneutral werden – und verlässt sich dabei stark auf diesen Windpark. Jährlich sollen so 149.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Eine Hausnummer, die zeigt, wie ernsthaft hier gedacht wird.
Für Nordex ist das Projekt ein weiterer Baustein im globalen Puzzle. Über 57 Gigawatt hat das Unternehmen bisher installiert – und das neue Werk in Indien läuft auch schon auf Hochtouren. Was hier auffällt: Das Produktprogramm passt perfekt zu Ländern mit knappen Flächen oder schwachen Netzen. Kein Wunder, dass Nordex gerade jetzt punktet. Der Konzernumsatz lag 2024 bei stolzen 7,3 Milliarden Euro. Und die Pipeline für 2026 sieht ebenfalls rosig aus.
Geld regiert die Windräder
ABO Energy wiederum bringt jede Menge Erfahrung mit. Seit 1996 hat das Unternehmen Projekte mit insgesamt 6,6 Gigawatt realisiert. Das ist eine Nummer, die zeigt, warum die Wahl auf diese Partner fiel. Finanziell sattelfest, technisch versiert – und international gut vernetzt. Rund eine Milliarde Euro investiert das Team jährlich. Da ist dieser Windpark fast schon ein Tropfen auf den heißen Stein.
Am Ende bleibt die Frage: Wie lange dauert es, bis wir mehr solcher Modelle sehen? Regional engagiert, wirtschaftlich attraktiv und politisch gewollt. Nordex und ABO Energy könnten hier tatsächlich Maßstäbe setzen. Bleibt abzuwarten, ob andere folgen. Oder ob das Ganze doch ein Ausnahmefall bleibt…